Grundlagen |
Inge Kaindlstorfer gründete 1994 nach langjähriger künstlerischer Tätigkeit in den Bereichen Tanz und Performance Lux Flux. Lux Flux entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Ex.Filmemacher und Musiker Jack Hauser und dem Musiker und Schriftsteller David Ender; von 1996 bis 2002 wirkte die Performerin Annette Pfefferkorn in der Gruppe mit, ebenfalls von 1996 bis 1998 Amadeus Kronheim; im Jahr 2000 kam João de Pina Soares de Carvalho dazu. Von 1996 bis 2000 arbeitete Lux Flux mit dem Moskauer Saira Blanche Theatre (Oleg Soulimenko und Andrej Andrianov) zusammen. Unvermittelt schaffen die Akteure Situationen, die kleine Handlungen und Realitäten verfilzen, verstärken, auflösen und transformieren. Die Beziehungen unterschiedlicher Realitäten zueinander werden erforscht. Scheinbar Loses fügt sich zu komplexen, lebendigen Performances. Die Arbeit bewegt sich im Zwischenreich von Tanz, Bewegung, Aktion, Geräusch, Installation und Alltag. In diesem Chaos der interdisziplinären Komplexität lotet Lux Flux die Bereiche menschlicher Existenz aus, die oft ins Absurde führen. Lux Flux spielt mit der Grenze zwischen Ernst und Groteske, Trivialem und Skurrilem, Humor und Irritation. Die PerformerInnen formen im Moment aus Körpern, Zeit und Raum. Der Prozess, der dabei sichtbar wird, kann nur unvollendet sein. Die Stücke sind prozess- und nicht produktorientiert. Sie werden speziell für den jeweiligen Spieltag und -ort mit den dortigen räumlichen und atmosphärischen Gegebenheiten vorbereitet. Ausgehend von Fragen wie „Was ist Tanz und wie ist Kunst heute?“ steht ästhetische Forschung innerhalb von Performance und Live-Art im Vordergrund. Allgemeine Begriffe dazu: Die Magie der Situation, das Ambiente als Partner, Palimpsest als schöpferisches Modell, das Unvermutete, experimentieren statt interpretieren. Unsere Karte – Ihre Orientierung. |
||||||||||||||||||||||||||||||
2005– |
Seit 2005 Zusammenarbeit mit Sabina Holzer. Lux Flux beschäftigt sich weiterhin mit den Themen des unmittelbaren Seins in der Performance. „Songs“ war als offenes Projekt konzipiert, dessen Grundlage Rendezvous mit anderen Künstlern bildeten. Solistisch choreographiertes Material von Inge Kaindlstorfer – ein Bewegungskatalog aus unterschiedlichen und teilweise unzusammenhängenden Bewegungssequenzen – zeigte sich mit den Materialien dieser Künstler zeitlich, aber nicht örtlich getrennt. Die Performances fügten sich im Raum zu einer Aufführung zusammen. „filzen“ (Inge Kaindlstorfer, Sabina Holzer, Jack Hauser, David Ender) konzentriert sich besonders auf verschiedene Medien und bringt vermehrt Text in die Performances ein. Minimalismus in der Bewegung schafft atmosphärische Dichte. Eine Reise durch das Geflecht von Ernst, Humor, Absurdität und Dasein. |
||||||||||||||||||||||||||||||
2001–04 |
Mit „A Girl Called“ (2001) und „Plan“ (2002) trat erneut eine Wendung im Schaffen von Lux Flux ein. Fremdes Bewegungsmaterial wird gesampelt und transformiert, um so die eigenen Bewegungsmuster zu durchbrechen und neue Möglichkeiten in der Performance-Ästhetik zu entdecken. Ursprünglich von reellen Handlungen bestimmte Bewegungen werden abstrahiert und ihr „Sinn“ bewusst entzogen („Jede Bewegung kann Tanz werden“). Ebenso bewusst und aus der Notwendigkeit ihrer Arbeit heraus bedient sich Lux Flux keiner der „klassischen“ Tanzsprachen und dem damit verbundenen Habitus, sondern entwickelt ihre eigene Sprache. Mythos ohne Mystifikation. Es geht um Dinge, die jenseits der Gesellschaft liegen, um das Andere und das Fremde, das in den Menschen verborgen liegt. Lux Flux widersetzt sich nicht gewollt den Erwartungen des Publikums, aber ist auch nicht darauf ausgerichtet, sie zu erfüllen. Unser Anliegen an das Publikum ist die Öffnung zum unvoreingenommenen Betrachten. Die Performances „(un)familiar“ (2002) und „never ending performance“ (2004) setzen fixiertes Material einer unmittelbaren Umsetzung aus, wobei die situative Grenze von Beobachter und Beobachtetem gelockert wurde. |
||||||||||||||||||||||||||||||
Davor |
Zu Beginn ihrer Tätigkeit präsentierte Lux Flux choreographierte Stücke, die sich mit der Verarbeitung von Klischees und der Verbindung zwischen östlicher und westlicher Lebensweise auseinandersetzten. Hierzu gehören „Ziegenstall Headquarters“ (1994) und „Magazin mit allen Haremsfallen“ (mit Amadeus Kronheim, 1996). Die darauf folgenden Stücke („Narzissenhörner“ 1997, „Radio Maria“ 1998) begannen sich bereits mit Improvisation als Grundlage der Stückarbeit zu beschäftigen. Die Zusammenarbeit mit Saira Blanche Theatre in den Jahren 1996-2000 bewegte sich überwiegend zwischen freier und leicht strukturierter Improvisation, stets mit einem poetischen Thema als Basis der Stücke. Durch den Kontakt nach Russland wurde auch das Ost-West-Interesse von Lux Flux weiter gespeist. |
||||||||||||||||||||||||||||||
Projekte und Performances |
Auftritte bei verschiedenen Festivals in Wien (u.a. Impuls-Festival ´97 und ´98, Wiener Festwochen ´99 und tanz2000.at), Österreich, Moskau und St. Petersburg/Russland, Odessa/Ukraine, Polen, Tschechien, Kroatien, Slowenien, Deutschland, Lissabon/Portugal, Kap Verde, Budapest/Ungarn und New York/USA. Etliche, für spezielle Räume konzipierte Projekte & Performances im In- und Ausland. |
||||||||||||||||||||||||||||||
Werkliste |
|